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Mangelnde Wertschätzung

Was Senioren bei den Banken ärgert

04.03.2010
Von Ingrid Korosec
Die Senioren sind das am stäksten wachsende Kundensegment der Banken - dennoch fühlen sich viele von ihnen durch die Kreditinstitute diskriminiert.
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Ingrid Korosec, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin in Wien kämpft für faire Behandlung der Senioren durch die Banken
Das Ärgernis der Seniorinnen und Senioren beginnt spätestens an jenem Tag, wo sie aus dem Berufsleben ausscheiden und zu echten Pensionisten werden. Dann nämlich wird als erstes verlangt, das bisherige Girokonto in ein „Pensionskonto“ umzuwandeln. Begründet wird dies damit, dass dann im Falle eines Ablebens die Pensionsversicherungsanstalt leichter ihr Geld zurückholen könnte. Dies wird von den Senioren als aktive Diskriminierung empfunden. Die Verantwortung dafür wird zwischen pensionsauszahlenden Stellen und Banken hin und her geschoben. Dass mit diesem „Pensionskonto“ meist die Konditionen neu verhandelt werden müssen, sei hier nur am Rande erwähnt.


Weiter geht das Ärgernis dann mit den laufenden Pensionszahlungen – zumindest seit vergangenem Dezember ist dies so. Die EU-Richtinie für Finanzdienstleistungen wurde per 1.11.09 in geltendes nationales Recht übernommen. Eine gute Sache: Gelder dürfen erst dann auf dem Kontoauszug aufscheinen, wenn sie wirklich zinsfrei verfügbar sind. Und Überweisungen müssen schneller durchgeführt werden. Auf Kosten der Bankkunden verdientes „Körberlgeld“ ist somit passè. Mit diesem Gesetz wurde übrigens kein Punkt und kein Beistrich an den Bestimmungen zu den Pensionsanweisungen geändert.

Was für Wut der Pensionisten sorgt

Doch die Umsetzung will schlichtweg nicht funktionieren! Die Banken wären verpflichtet spätestens bei Geschäftsbeginn des Monatsersten die Pensionen auf den Kontoauszügen anzuzeigen und das Geld zur Verfügung zu stellen. Schon zwei Mal – am 1.12.09 und am 1.3.10 hat dies nicht funktioniert! Doch anstatt gleich vor Öffnung der Bankschalter die Medien zu informieren und die Konsumenten um Entschuldigung zu bitten, wird bewusste Falschinformation betrieben: Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hätte nicht überwiesen, dem Finanzminister sei das Geld für die Pensionen ausgegangen (!) und sowieso verbiete die EU, dass die Bank dem Kunden das Geld herausgebe. Daueraufträge und Überweisungen werden gegen die Buchstaben des Gesetzes nicht durchgeführt. In manchen Fällen werden gar Bearbeitungsgebühren verrechnet (!), die betagten Kunden müssen dann jeden Cent wieder reklamieren. Unzumutbar. Die dadurch entstehende Verunsicherung und die kochende Wut des Seniorengemüts sollte jeder erahnen können.

Schließlich kann man Angebote, die bewusst auf die Senioren-Kundschaft zugeschnitten sind, mit der Lupe suchen. Das am stärksten wachsende Kundensegment wird geflissentlich ignoriert. Und zuletzt nehmen die Beschwerden von Senioren, die aufgrund ihres Alters keine (Klein-)Kredite erhalten hätten, deutlich zu. Vielleicht sollte jemand eine Senioren-Bank gründen?

Ingrid Korosec

... wurde 1940 geboren und war 40 Jahre in Managementpositionen in der Privatwirtschaft tätig, ihre politische Laufbahn begann vor über 20 Jahren als Gemeinderätin und Abgeordnete zum Wiener Landtag:

1983 – 1986: Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin in Wien
1986 – 1995: Abgeordnete  zum Nationalrat
1991 – 1995: Generalsekretärin der Österreichischen Volkspartei
1995 – 2001: Volksanwältin

Ab 2001 Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin in Wien. Zudem ist Ingrid Korosec Bundesobmannstellvertreterin des Seniorenbundes. Sie hat zwei Söhne und drei Enkelkinder. 
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