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Es scheint so, als solle wieder einmal politisches Kapital aus Alibiaktionen geschöpft werden, deren Sinnhaftigkeit und Effizienz bezweifelt werden darf. Ein gutes Beispiel dafür ist die neue Wertpapier-Kapitalertragsteuer in Österreich. Quasi über Nacht eingeführt, gänzlich ineffizient und dem Finanzplatz Wien und somit Österreich schadend, wurde hier das Klischee bedient, man wolle der „bösen Spekulanten“ Herr werden.
Dass aber der durchschnittliche Kleinanleger (entgegen der Meinung einiger Ideologen) weder besonders reich, noch ein böser Spekulant ist, interessierte während der kurzen Überlegungen scheinbar nicht. Auch dass die Österreichischen Banken zur Finanzkrise nichts beigetragen haben (die heimischen Institute konzentrieren sich überwiegend sehr erfolgreich auf das ursprüngliche Bankgeschäft der Einlagen und Ausleihungen), wird zugunsten polemischer Aussagen „übersehen“.
Echte Spekulanten (ich spreche hier von reinen Aktien-„Zockern“ und keineswegs von multinationalen Institutionen, die nach wie vor beinahe jedes Thema verbriefen und unter ideenreicher Benennung verkaufen) freuten sich sogar über diese neue Steuer, denn früher mussten sie unterjährige Gewinne mit 50 Prozent versteuern, nun wurde ihnen diese Last auf die Hälfte reduziert. Langfristige Investoren aber, besonders die breite Schicht der Kleinanleger, die an ein Unternehmen glauben, ihr Geld in diese Aktien investieren und somit dem Standort Österreich unter die Hände greifen, wurde bestraft.
Das ideologische Feindbild der aggressiven „Heuschrecken“ wurde gezielt eingesetzt, um politisches Kleingeld zu wechseln und sich selbst als Partei für den kleinen Mann zu präsentieren. Leider auf Kosten des Finanzplatzes Wien, wie wir alle anhand der besonders schlechten Halbjahreszahlen der Wiener Börse zur Kenntnis nehmen müssen.
Warum konnte man nicht Erprobtes (Abgeltungsteuer in Deutschland) nachahmen? Warum zeigt man nicht Charakter und nimmt die Wertpapier-KESt. zurück, um sie durch eine sinnvolle Maßnahme zu ersetzen?
Dass der Staat Geld benötigt ist klar und verständlich. Doch bei Besorgungsaktionen sollte bitte darauf Rücksicht genommen werden, dass diese nicht unser zartes Konjunkturpflänzchen zerstören und man sich mit Aussagen wie „in Österreich stehen wir im Vergleich zu anderen EU Staaten sehr gut da“ selbstzufrieden gibt.
Mein Vorschlag für sinnvolle Maßnahmen ist einfach und klar:
Es ist höchst an der Zeit sich völlig offen vor uns liegenden Herausforderungen zu nähern. Nicht für eine Partei, nicht für eine Interessensvertretung, sondern zum Wohle aller Bürger und zum Wohle für unser Land.

