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Niedrige Zinsen, neue Gebühren, Produktwirrwarr

"Bankkunden haben die Nase voll"

15.07.2010
Von Erwin J. Frasl
Zu hohe Kredit- und Überziehungszinsen, zu niedrige Guthaben- und Sparzinsen, hohe oder neue Gebühren sowie undurchschaubare Produkte. Bankkunden in Österreich sind die Verlierer der aktuellen Krise, so die Kritik der AK-Konsumentenschützer.
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„Die Konsumenten haben die Nase voll“, sagt Harald Glatz, Leiter der Abteilung Konsumentenpolitik in der Arbeiterkammer Wien. „Die Finanzkrise ist am durchschnittlichen Sparer und Anleger nicht spurlos vorbeigegangen.“ Seit der Finanzkrise häufen sich die Anfragen besorgter Konsumenten zu Finanzthemen. „Die Beratungen sind intensiver, da sich Bank- und Versicherungsthemen mehr verzahnen, etwa beim Fremdwährungskredit“, so Glatz.

„Die Konsumenten zahlen bei Bankgeschäften seit Jahren drauf“, kritisiert Glatz. „Sie haben durch die Finanzkrise Milliarden verloren.“ So haben Verbraucher zum Beispiel einen Verlust ihres angesparten Vermögens, weil die Wertpapiermärkte verfallen sind. Zur Verdeutlichung: Rund 2.300 Euro netto beträgt das monatliche Durchschnittseinkommen der österreichischen Haushalte. Jeder dritte Haushalt, der Aktien besitzt, hat „nur“ ein Durchschnittseinkommen.

Fremdwährungskredite kaum rückzahlbar

Die Fremdwährungskredite sind durch Kursänderungen und den Verfall der Tilgungsträger kaum mehr rückzahlbar – und es gibt rund 250.000 Kreditverträge, die in Fremdwährung aushaften. Die Banken geben Zinsänderungen an Konsumenten nicht im notwendigen Ausmaß weiter. . „Es ist unakzeptabel, wenn Banken mit Unterstützung der Steuerzahler und auf Kosten der normalen Kreditnehmer Gewinne maximieren. Damit muss Schluss sein“, so Glatz. „Die Arbeitnehmer haben die Krise nicht verursacht, aber schon mehrmals dafür bezahlt.“

Daher fordert die AK: Runter mit den Kredit- und Überziehungszinsen, rauf mit den Sparzinsen. Außerdem fordert die AK mehr Konsumentenschutz bei Bankgeschäften: klarere und einfachere Produkte, mehr und verständlichere Informationens und mehr Transparenz bei Spesen.

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Leserkommentare

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20.07.2010 15:27 Uhr
frutti: Wie recht er doch hat
"Sie müssen geschützt werden, nicht die Spekulanten“ - wie recht Herr Glatz doch damit hat. Aber dass aus diesem Wunsch Realität wird dürfte wohl noch eine Weile dauern. Immerhin haben die Banken und Spekulanten das Sagen und sonst niemand. Und das wird wohl nirgends viel deutlicher als in diesem spannend zu lesenden Artikel.

Mein persönlicher Wunsch zum Schutz der Konsumenten wäre eine verpflichtende Einfürung der honorarberatung allem, was über ein Girokonto hinausgeht. Seit ich gelesen habe, dass die Capital Bank auf dieses Modell setzt und mich im Zuge dessen damit auseinander gesetzt habe bin ich mit jeder Faser meines Körpers davon überzeugt. Die Berater direkt an den Umsätzen der Anleger zu beteiligen erscheint so herrlich, einfach logisch und scheint aufzugehen. Erhöht aber freilich das Einnahmenrisiko der Banken, womit die "großen" sich wohl tunlichst davor hüten werden selbst umzustellen.
Foto: colourbox.com ID:901
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