15.09.2011
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Geldentwertung

Im August wurden wir alle real um 3,4 Prozent ärmer

Von Erwin J. Frasl
Die Inflationsrate für August 2011 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria 3,4 Prozent (Juli 3,5 Prozent, Juni 3,3 Prozent).
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Der bescheidene Rückgang der Inflation ist vor allem auf eine moderatere Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln (+3,2 Prozent) zurückzuführen. Hauptpreistreiber blieben Mineralölprodukte (+17 Prozent); ohne sie hätte die Inflation 2,6 Prozent betragen. Ausgaben für Wohnen, Restaurants und Hotels sowie Pauschalreisen waren weitere wichtige Preistreiber.
Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat August 2011 betrug 103,4. Gegenüber dem Vormonat (Juli 2011) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,1 Prozent.

Hauptpreistreiber Tanken

Hauptpreistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +5,7 Prozent; Einfluss: +0,81 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren die Treibstoffpreise, die im Jahresabstand durchschnittlich um 17 Prozent (Diesel +19 Prozent) gestiegen sind. Wartung und Reparaturen von Pkw verteuerten sich insgesamt um 4,0 Prozent.
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Preisanstieg bei Heizöl von 18 Prozent

Die deutlichen Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (durchschnittlich +3,3 Prozent; Einfluss +0,64 Prozentpunkte) wurden vor allem von Teuerungen bei der Haushaltsenergie verursacht: insgesamt +5,5 Prozent, Heizöl +18 Prozent, Gas +10,0 Prozent, jedoch Strom 0 Prozent. Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen erhöhten sich durchschnittlich um 3,4 Prozent. Wohnungsmieten stiegen um 3,5 Prozent.

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So verteuerten sich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke

In der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke", die durchschnittlich um 4,0 Prozent teurer wurde (Einfluss: +0,49 Prozentpunkte), wirkten zwei unterschiedliche Effekte: Die Nahrungsmittelpreise (durchschnittlich +3,2 Prozent) entwickelten sich unterdurchschnittlich (Gesamtinflationsrate +3,4 Prozent), vor allem weil sich gesunkene Gemüsepreise (-4,0 Prozent) und unterdurchschnittlich gestiegene Obstpreise (+3,0 Prozent) dämpfend auswirkten. Brot und Getreideerzeugnisse, Fleisch und Fleischwaren sowie Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich jeweils um ca. 4,0 Prozent.

Preisschub bei Kaffee von 30 Prozent

Alkoholfreie Getränke kosteten hingegen um durchschnittlich 11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, was vor allem auf die extremen Preissteigerungen bei Kaffee (+30 Prozent ) zurückzuführen ist.

Die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" verzeichnete durchschnittliche Teuerungen von 4,8 Prozent (Einfluss: +0,42 Prozentpunkte). Dazu trugen vor allem höhere Preise für Bewirtungs- (durchschnittlich +3,7 Prozent) und Beherbergungsdienstleistungen (insgesamt +9,3 Prozent) bei.

Für die durchschnittlichen Preisanstiege von 2,7 Prozent in der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (Einfluss: +0,31 Prozentpunkte) waren um 12,1 Prozent teurere Pauschalreisen ausschlaggebend.

So stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat

Der Anstieg des durchschnittlichen Preisniveaus gegenüber Juli 2011 betrug +0,1 Prozent. Hauptpreistreiber im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich +2,2 Prozent; Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren das Auslaufen des Sommerschlussverkaufs und das Eintreffen der aktuellen Herbstkollektion. Insgesamt wurden Bekleidungsartikel gegenüber Juli 2011 um 4,0 Prozent teurer.
Die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich -0,5 Prozent; Einfluss: -0,06 Prozentpunkte). erwies sich als Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand. Dazu trugen überwiegend saisonbedingt billigere Pauschalreisen (insgesamt -2,0 Prozent) bei.

Harmonisierter Verbraucherpreisindex: + 3,7 Prozent

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im August 2011 bei 113,38 (Juli revidiert 113,23). Die harmonisierte Inflationsrate war mit 3,7 Prozent (Juli 3,8 Prozent, Juni 3,7 Prozent) niedriger als im Vormonat, im Jahresabstand aber erneut höher als jene des nationalen VPI.
Zur Differenz zum VPI von 0,3 Prozentpunkten trugen vor allem die deutlichen Teuerungen bei der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" sowie bei Flugtickets und Treibstoffen bei (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI). Dämpfend auf den HVPI wirkten hingegen Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für Versicherungsdienstleistungen, da diese Gruppen im HVPI eine geringere Gewichtung als im VPI aufweisen.

Teuerung für Pensionistenhaushalte : + 3,5 Prozent

Teuerung laut Preisindex für Pensionistenhaushalte im August 2011: +3,5 Prozent
Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) war im August 2011 mit 3,5 Prozent geringer als im Vormonat (Juli 3,6 Prozent, Juni 3,5 Prozent). Der Indexstand lag im August 2011 bei 103,5. Der Unterschied zum VPI von 0,1 Prozentpunkten war überwiegend auf Teuerungen bei Krankenhaus- und Sozialschutzdienstleistungen, bei Heizöl, Nahrungsmitteln und der Instandhaltung von Wohnungen zurückzuführen (jeweils höherer Gewichtsanteil im PIPH). Umgekehrt schlugen Preisanstiege bei Treibstoffen, in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" sowie bei Pauschalreisen (jeweils geringerer Gewichtsanteil im PIPH) im PIPH weniger durch als im VPI.
 

Wöchentlicher Einkauf verteuerte sich um 6,9 Prozent

Die Inflation beim täglichen Einkauf lag im August knapp unter durchschnittlichem Preisanstieg, beim wöchentlichen Einkauf aber deutlich darüber.  Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der vor allem Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, erhöhte sich im August um 3,3 Prozent im 12-Monatsvergleich (Juli 3,9 Prozent).

Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und deshalb neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 6,9 Prozent (Juli 6,9 Prozent).

 

Foto: colourbox.com ID:1996