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Anlagebetrüger

Die nächsten Madoffs sind schon unter uns

30.06.2009
Von Erwin J. Frasl
Der Milliardenbetrüger Bernard Madoff ist verurteilt. Die Strafe für den 71jährigen Ex-Broker: 150 Jahre Haft. So das Urteil des zuständigen US-Gerichtes. Die nächsten „Madoffs“ sind allerdings bereits unter uns. Wir kennen sie nur noch nicht.
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Bernard Madoff, der auch Vorsitzender der New Yorker Technologiebörse Nasdaq war, hat, wie schon andere Betrüger vor ihm, mit Hilfe eines Schneeballsystems Anleger betrogen. Das Grundmuster dabei war nicht neu: Immer neue Anleger wurden gewonnen ihr Geld dem zum internationalen Geheimtipp gewordenen Madoff anzuvertrauen. Auch in Österreich. Mit dem Geld immer neuer Anleger wurden an ältere Kunden vermeintliche Anlageerfolge ausbezahlt. Damit wurde lange Zeit das Gerücht genährt, Madoff könne weit über dem Markt liegende Renditen erwirtschaften. Dass es sich bei den überdurchschnittlichen Renditen Madoffs schlicht um ein Schneeballsystem handelte, wurde erst sichtbar, als im Zuge der Finanzkrise zu viele Kunden ihr Geld von Madoff abziehen wollten.

Mit altem Trick zu neuem Betrugsrekord
Etwas Neues gab es bei diesem Schneeballsystem aber doch: Das war die Höhe des angerichteten Schadens: Schätzungen zufolge geht es um 65 Milliarden Dollar. Damit brachte es der Finanzjongleur zum größten Anlagebetrug aller Zeiten. Dass der Ertappte jetzt den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen muss, ist für seine Opfer allerdings nur ein bescheidener Trost. Viele haben dem Blender ihr gesamtes Vermögen anvertraut und stehen jetzt mit leeren Händen da.
Besonders beunruhigend am Fall Madoff ist aber, wie einfach es für den Betrüger war, mit einem so alten Trick Anlegern ihr Geld abzuluchsen. Und es wird nicht lange dauern, bis wir das nächste Schneeballsystem in Sachen Anlagebetrug entdecken. Denn die nächsten „Madoffs“ sind längst unter uns. Auch sie werden ihre Opfer mit vermeintlich unschlagbaren Renditen für sich gewinnen und um ihr Geld bringen. 
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Unabhängige Finanzmedien wichtigste Waffe gegen Anlagebetrug
 

Eine der wenigen Instrumente, die Anleger vor Betrügern schützen können, sind unabhängige Medien wie etwa Biallo.at, die kritisch über jede Art von Finanzdienstleistung informieren, auch wenn gerade die Finanzbranche potenzielle Kunden lieber mit Werbesprüchen statt mit Fakten umwirbt. Der Staat und seine Institutionen sind nur in Ausnahmefällen zur Stelle, um Finanzbetrügern auf die Spur zu kommen. Es sind in der Regel Medien, die kritische Fragen stellen und so die Öffentlichkeit und damit auch den Staat mit Beharrlichkeit zum Handeln bewegen.

Nur der Vergleich macht Sie sicher

Wichtig ist aber auch, dass Anleger sich bei jeder Finanzinvestition ausreichend informieren, was mit ihrem Geld passiert: Wie viel, wie, wo, wie lange, zu welchen Konditionen wie Zinssätzen, Gebühren, Spesen, Provisionen und mit welchen Sicherheiten veranlagt wird, gehört zu den Kernfragen, um die es dabei geht. Einfach nur auf das Image einer Bank, einer Versicherung oder eines Beraters zu vertrauen, ist zu wenig. Das zeigt die jüngste Vergangenheit nur all zu deutlich.

So wie es in anderen Lebensbereichen längst selbstverständlich geworden ist, heisst es auch in Finanzangelegenheiten mehrere Angebote einzuholen, zu vergleichen und erst dann eine Entscheidung zu treffen. Das gilt nicht nur für Großanleger, sondern macht selbst bei bescheidenen Geldanlagemöglichkeiten Sinn. Denn Transparenz ist die wichtigste Waffe gegen Finanzbetrüger aller Art.

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