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Freitag, 03.09.2010
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Finanzmarktaufsicht fordert Kapitalzufuhr

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Die Probleme der Hypo Alpe-Adria sind durch hohe Abschreibungen auf riskante Kredite und Geschäfte auf dem Balkan entstanden. Mit dem von der Hypo Alpe-Adria angekündigten Verlust von "deutlich mehr als einer Milliarde Euro" ist der Verlust an Eigenkapital 2009 so groß, dass die Bank unter das gesetzlich vorgeschriebene Kernkapital fällt. Das heißt, ohne eine kräftige Kapitalzufuhr wird die Bank im Dezember ein Fall für die staatliche Finanzmarktaufsicht (FMA).

Finanzmarktaufsicht fordert Kapitalzufuhr

Ein formelles Ultimatum läuft bereits. Mit der behördlichen Aufforderung seitens der Finanzmarktaufsicht, bis Anfang Dezember die Kapitalausstattung sicherzustellen, wurde bereits ein erster aufsichtsrechtlicher Schritt nach Paragraph 70 Bankwesengesetz (BWG) gesetzt. Demnach muss der Vorstand der Bank der FMA zunächst einmal mitteilen, wie man das Eigenkapitalproblem lösen wird.

Zu weiteren Schritten – der Bestellung eines Regierungskommissär, gerichtliche Geschäftsaufsicht, im schlimmsten Fall Konkurs - wird es nach Einschätzung von Experten wohl nicht kommen, weil eine Finanzspritze in Aussicht gestellt ist und die Bank zudem systemrelevant ist. Branchenkennern zufolge braucht die Hypo 1,5 Milliarden Euro Eigenkapitalhilfe. Der größte Teil davon wird vom Mehrheitseigentümer, der Bayern LB kommen müssen.
 
Verlust noch nicht verbucht

Die Kärntner Hypo Alpe Adria International selbst legt großen Wert darauf , dass sie "derzeit" nicht unter das gesetzliche Mindestkapital falle. Denn bilanziert werde zum Halbjahr und zum 31. Dezember. Die angekündigten Verluste seien noch nicht verbucht. Vor den Abschreibungen sei man nicht unter das gesetzliche Eigenkapital gefallen. "Wir weisen daraufhin, dass ein Asset Screening stattgefunden hat, welches noch nicht beendet ist. Parallel dazu finden Gespräche der Eigentümer über eine Kapitalzufuhr statt", so die Hypo Alpe-Adria.

Die Eigentümer der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG

Aktionäre der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG sind die Bayerische Landesbank (Bayern LB) mit 67,08 Prozent, die Kärntner Landesholding mit 12,42 Prozent, die Grawe Group mit 20,48 Prozent und die Hypo Alpe-Adria Mitarbeiter Privatstiftung mit 0,02 Prozent.

Die größten Banken Österreichs
  1. Bank Austria
  2. BAWAG PSK
  3. Erste Bank
  4. Raiffeisen Zentralbank/Raiffeisen International
  5. Volksbank AG 
  6. Hypo Group Alpe Adria
Seite 2/2
 
Hypo Alpe-Adria
Seite 2: Finanzmarktaufsicht fordert Kapitalzufuhr
Erwin J. Frasl   20.11.2009

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