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10.06.2012

Staatsbankrott

Das könnte auch uns drohen

Von Erwin J. Frasl und Wolfgang Walter
Spanien faktisch pleite, Griechenland vor dem Euro-Austritt. Europa steht am Scheideweg, das Misstrauen in Euro und die Währungsunion war nie größer. Schlussfolgerungen für Anleger und Investoren.
Wem vertrauen? Staaten in der Krise

Im privaten Bereich wissen die Bürger, wenn sie einen Kredit aufnehmen, dann müssen sie verlässlich die Zinsen dafür bezahlen und den Kredit auch zurückzahlen. Wenn sie das nicht können, gibt es allerdings den Ausweg eines Privatkonkurses. Die Kreditnehmer müssen dann nicht mehr die volle Last der Schulden an ihre Gläubiger bezahlen. Die Kreditgeber verlieren einen Teil ihres verliehenen Geldes.

Auch Staaten verschulden sich. Allerdings zahlen sie nicht eines Tages alle Schulden zurück, sodass sie dann komplett schuldenfrei sind. Vielmehr holen sie sich immer wieder frisches Geld von Anlegern, die ihnen Geld zum Beispiel durch den Kauf von Staatsanleihen zur Verfügung stellen und zahlen damit alte Schulden zurück. Wenn sie können. Wenn nicht, dann werden mit den Gläubigern in der Regel Umschuldungsverhandlungen geführt, um die Gläubiger dazu zu bewegen, auf einen Teil ihrer Ansprüche zu verzichten. Denn im Falle eines Staatsbankrots kommen die Anleger, die Staatsanleihen eines bankrotten Staates besitzen, um ihr gesamtes Kapital. Im Wege einer Umschuldung können die Anleger wenigstens einen Teil ihres investierten Kapitals retten, wie etwa in der Vergangenheit im Fall Argentinien.

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Zweifel sind der Anfang eines verhängnisvollen Kreislaufs

So lange es genug Anleger gibt, die einem Staat vertrauen und ihm frisches Geld borgen, ist die Welt für eine Regierung in Ordnung. Die Schwierigkeiten beginnen, wenn die Anleger zu zweifeln beginnen, ob ein Staat das Geld von Anlegern wieder zurückzahlen kann. Genau diese Zweifel haben ja die Krise in Griechenland und im Gefolge davon die Eurokrise ausgelöst.In der Regel können sich Anleger über die Kreditwürdigkeit von Staaten, Kommunen oder Unternehmen an Hand von Expertisen von Rating-Agenturen informieren. Wenn Staaten, Kommunen oder Unternehmen sich frisches Geld von Anlegern borgen wollen, dann tun sie das zum Beispiel mit Staatsanleihen mit denen sie den Anlegern versprechen, das geborgte Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzubezahlen und den Anlegern regelmäßig Zinsen für das geborgte Geld zu bezahlen. Um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen, lassen sich Staaten, Kommunen oder Unternehmen von Ratingagenturen prüfen, die dann eine Art Zeugnis für die Qualität des Schuldners vergeben. Darauf haben Anleger viele Jahre vertraut.

Finanzkrise machte Unzuverlässigkeit von Ratingagenturen sichtbar

Ab der Lehman-Pleite war das anders. Die 2008 ausgebrochene Finanzkrise hat schlagartig sichtbar gemacht, dass auf die Beurteilung von Ratingagenturen nicht immer Verlass ist. Das hat auch der Fall Griechenland bestätigt. Das Land, das lange Zeit dank der Beurteilung der Ratingagenturen Geld von den internationalen Anlegern erhalten hat, stand plötzlich vor der Pleite. Die Beurteilungen der Ratingagenturen stellten sich als wertlos heraus.

Wenn die Zinsenlast erdrückend wird

Sobald Zahlungsschwierigkeiten eines Staates sichtbar werden, beginnt ein verhängnisvoller Kreislauf: Die Geldgeber verlangen immer höhere Zinsen, um für steigendes Risiko entschädigt zu werden, zu werden. Je höher die Zinsen steigen, desto schwerer wiegt die Zinsbelastung eines Staatshaushaltes. Je drohender die Zahlungsunfähigkeit eines Staates wird, desto schwieriger wird es überhaupt an neues Kapital heranzukommen. Das zählt auch zu den Gefahren für Länder der Eurozone wie Portugal, Spanien, Italien und Irland. Wenn der Zugang zu neuem Geld der Anleger immer schwieriger wird, dann engt sich der Handlungsspielraum eines hochverschuldeten Staates auf wenige Möglichkeiten ein: Er kann die Staatsausgaben massiv senken, das heißt er muss gnadenlos sparen, oder er kann Steuern und Abgaben kräftig erhöhen oder aber er lässt eine steigende Inflation zu. Denn mit zunehmender Geldentwertung sinken in gleichem Ausmaß die realen Schulden.

Sorgen mit der Geldentwertung

Wenn Staaten mehr Geld drucken und in den Wirtschaftskreislauf bringen als an Wirtschaftsleistung erarbeitet wird, dann steht den produzierten Waren und Dienstleistungen ein immer höherer Betrag an Geld gegenüber - der Wert des Geldes sinkt – es gibt Inflation. Die Gefahr von Inflation ist derzeit schwer einzuschätzen: Im Vorjahr sank die Geldentwertung in Österreich für einen Monat sogar auf null, um dann wieder zu steigen. Derzeit hält die Geldentwertung bei 2,0 Prozent.

Manche Anleger fürchten, dass die massiven Budgetdefizite samt diverser staatlicher Hilfspakete für Banken, Griechenland und andere schwer verschuldete Staaten der Eurozone die Inflationsgefahr wieder anheizen könnte. Dazu kommt, dass der Aufkauf von Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten der Eurozone durch die Europäische Zentralbank (EZB) Anleger und Finanzmärkte beunruhigt.

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
30.07.2011 11:02 Uhr - von Martin
Staatsbankrott
Guter Artikel; ich habe nur 2 Kommentare. 1.Ich denke nicht, dass die Ratingagenturen das amerikanische Problem nicht gesehen haben: sie werden sonst in Sippenhaft genommen. 2. Marschieren wir stracks auf eine Deflation zu, denn das ganze Geld bleibt bei den Banken und dient nicht der Wirtschaft. Man kann gespannt sein. mfg.
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