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Eurokrise
 
20.07.2011

Eurokrise Die Umverteilungsmaschinerie läuft auf vollen Touren

Von Erwin J. Frasl
Inflation und Eurokrise sorgen für eine massive Umverteilung in der Europäischen Union. Sparer, Arbeitnehmer und Pensionisten werden dabei über Geldentwertung, Reallohnverluste bzw. Pensionserhöhungen unter der Inflationsrate direkt oder indirekt zur Kasse gebeten. Jetzt sollen Anleger unter dem Stichwort „Schuldenerlass“ für Griechenland zusätzlich belastet werden.
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Erwin J. Frasl, Chefredaktion biallo.at
Wenigstens auf die Inflation können sich die Politiker in der Europäischen Union verlassen. Die Geldentwertung behauptet sich zum Beispiel in Österreich beharrlich über der 3-Prozent-Marke, konkret bei 3,3 Prozent. Das ist für all jene, die Schulden haben, eine sehr erfreuliche Nachricht. Ihre Schuldenlast wird so real weniger drückend. Das kommt den Staaten zu Gute, die sich das für ihre Budgetdefizite benötigte Geld von Sparern und Anlegern finanzieren lassen.

 

Und unter dem Stichwort Solidarität werden auf EU-Ebene jetzt die Mitgliedsländer angezapft, die ihrer Bevölkerung im vergangenen Jahrzehnt laufend schmerzvolle Einsparungen auferlegt haben, um ihre Staatsabudgets weitgehend in Ordnung zu bringen. Als Anerkennung für derartige solide Budgetpolitik werden diese EU-Mitgliedsländer als unsolidarische Mitglieder der EU angepatzt.

Ja so geht es auch: Die eigenen Wähler über Jahrzehnte mit diversen Wahlgeschenken verwöhnen, um an die Macht zu kommen oder dort zu bleiben – und die Rechnung dafür dann den Staatsbürgern in jenen Mitgliedsländern zu präsentieren, die bereits einige Rosskuren über sich ergehen lassen mußten: Als da sind Reallohnverluste über viele Jahre, gar keine Pensionserhöhungen für die Mittelschicht oder im besten Fall unter der Inflationsrate, Streichungen von Ersatzzeiten bei der Pensionsberechnung, Änderungen bei den Leistungen der Krankenversicherung, udgl. mehr. Und jetzt sollen auch private Anleger unter dem Stichwort „Schuldenerlass“ zusätzlich belastet werden, indem sie möglicher Weise auf einen Teil ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten müssen.

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Parallel dazu läuft auch die Umverteilungsmaschinerie auf nationaler Ebene hervorragend, wie das Beispiel Griechenland eindrucksvoll demonstriert: Während die zahlreichen Milliardäre Griechenlands ihre Vermögen traditionell auf Auslandskonten in Sicherheit gebracht haben – zum Beispiel in Luxembourg – konzentriert sich der griechische Fiskus auf jene, die nicht davonlaufen können: Arbeitnehmer und Klein-und Mittelbetriebe.


Wo bleibt hier die Ünterstützung der Europäischen Union für Griechenland, für ein einiger Maßen gerechtes Steuersystem zu sorgen, daß alle Griechen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erfaßt? Wobei den wirtschaftlich leistungsstäksten Griechen auch eine Solidaritätssteuer auf ihre in- und ausländischen Aktivitäten zur Sanierung ihres Heimatlandes zumutbar ist. Ja zur Solidarität der EU mit Griechenland – aber auch ja zur Solidarität der Finanzelite Griechenlands mit ihren eigenen Landsleuten.

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
18.07.2011 14:40 Uhr - von m.gatzke
Umverteilungsmaschinerie läuft
Mich packt die Wut. Was für ein kriminelles Pack. Man kann nur noch ohnmächtig zusehen, wie die alles in den Strudel hineinziehen. ansonsten die eigene Vorsorge treffen- konsequenzen ziehen- Geld weg von der Bank und dann abwarten. Es kommt der Tag X --und auch der Tag danach. .Dann werden sich diese jetzt verantwortlichen Gestalten hoffentlich verduften. Irgendjemand wird schon dafür sorgen.
18.07.2011 14:01 Uhr - von Hans Kolpak
DZiG.de
Prof. Hankel nannte in seinem Vortrag am 9. Juni 2011 in Wien das Umtauschen von Euro in andere Werte die 'Abstimmung mit dem Geldschein'. Das ist nämlich unsere Wahl, dem Euro das Vertrauen zu entziehen. Selbst der weitgehende Handel mit Bargeld statt mit Giralgeld ist schon 'eine Watschen' für das korrupte Geldsystem. Inflation, Zinseszins und überbordende Bürokratien sind schleichende Prozesse, ermöglicht durch ein Geldsystem, das durch Schulden, aber nicht durch Arbeitskraft, geistige und materielle Güter getragen ist.
18.07.2011 13:58 Uhr - von Lieben
So ist es!
Ganz genau so ist es: Mich hat man als Deutschen Kleinunternehmer im Polizeirevier Filothei in Athen 6 Stunden lang festgehalten und wie einen Verbrecher behandelt, weil ich Umzugsgut eines Deutschlehrers von Athen nach Fulda geladen hatte. Dann kamen noch die Steuerbehörden! Nun gings erst richtig los! Nie wieder nach Griechenland!
18.07.2011 13:26 Uhr - von Realist
Umverteilungsmaschine läuft
Das ist wahr, sie läuft ... - und dem wäre sinnvollerweise nur mit einem konseqenten "bankrun" (raus aus dem Papier, rein in den Sachwert) zu begegnen; stattdessen schlafen die systemgläubigen Schäfchen weiter und warten mit ihrem in DE geschätzten 1 Bio. EUR "Papier"vermögen bis der Friseur kommt und der kommt garantiert ...
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