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Wechsel des Energielieferanten

13 Milliarden Euro liegen auf der Straße

25.11.2010
Von Erwin J. Frasl
Wenn Sie ein dickes Geldbündel auf der Straße liegen sehen – gehen Sie dann achtlos daran vorbei oder heben Sie es auf? Man könnte meinen, die Mehrzahl der Menschen würde den kleinen Handgriff tun und das Geld aufheben, um den Finderlohn zu lukrieren. Aber die Realität zeigt, dass dies in den meisten Fällen nicht so ist. Die Rede ist von den Energieverbrauchern.
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Die Strom- bzw. Gaskonsumenten in der Europäischen Union lassen jährlich 13 Milliarden Euro förmlich auf der Straße liegen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission. Eigentlich unglaublich. Immerhin hat die Europäische Union mit der Liberalisierung des Energiemarktes die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Bürger in der Union ihren Strom – bzw. Gaslieferanten frei wählen können. Das heißt, die Energieverbraucher können sich jenen Strom- bzw. Gasanbieter aussuchen, der ihnen die günstigsten Lieferbedingungen bietet.

Während die Konsumenten bei ihren Einkäufen sorgsam darauf achten, ob sie die Güter des täglichen Bedarfs etwa bei Merkur, Billa, Penny, Spar, Hofer, Zielpunkt oder ADEG günstiger bekommen können und dann dort einkaufen, wo die benötigten Waren um ein paar Euro preiswerter sind, bleiben die Möglichkeiten, bis zu 161 Euro jährlich durch einen Wechsel des Energieanbieters einzusparen, mehrheitlich ungenützt.

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Dabei könnten die Energieverbraucher in sechs von zehn Fällen zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln und so europaweit rund 13 Milliarden Euro sparen. Doch nur wenige Kunden wechseln ihren Lieferanten und scheinen generell sehr wenig über die Bedeutung der Liberalisierung und die damit verbundenen Einsparungen informiert zu sein, wie die Studie der EU-Kommission festhält.

Nur Minderheit weiß über eigenen Verbrauch Bescheid

Laut der Studie wechseln lediglich in sieben Ländern über zehn Prozent der Kunden ihren Stromanbieter. Nur knapp ein Drittel der Energieverbraucher vergleicht die Angebote verschiedener Strom- bzw. Gasversorger und weniger als die Hälfte der europäischen Energiekunden wissen überhaupt über ihren Verbrauch Bescheid.

In Österreich wurde der Strommarkt 2001 vollständig liberalisiert, der Gasmarkt wurde ein Jahr später, konkret 2002, voll liberalisiert. Seit Beginn dieser Liberalisierung haben allerdings erst knapp zwölf Prozent der Kunden ihren Stromlieferanten und etwa 5,5 Prozent den Gaslieferanten gewechselt. Diese Minderheit von Haushalten und Kleinkunden, die ihr Recht des Lieferantenwechsels genützt haben, können sich über erfreuliche Einsparungen freuen.

Sparpotenzial von Milliarden Euro

Laut Walter Boltz, dem Chef der staatlichen Regulierungsbehörde für den liberalisierten Energiemarkt E-Control kann man davon ausgehen, dass bisher in etwa 44 Millionen Euro rein durch den Wechsel des Strom- und Gaslieferanten bei den Haushalten eingespart wurden. Der Betrag von 44 Millionen Euro lässt erahnen, welches Sparpotenzial sowohl der Strom- als auch der Erdgasmarkt für die Energieverbraucher noch bieten können. Allerdings nur für jene Verbraucher von Strom oder Erdgas, die sich die Zeit nehmen, sich über Strom- und Erdgaspreise zu informieren und dann auch bereit sind, zu jenem Anbieter von Strom oder Erdgas zu wechseln, der ihnen die günstigsten Tarife bietet. Die Auswahl gibt es. Sie müssen Sie nur nützen. Biallo.at unterstützt Sie natürlich dabei. Mit regelmäßigen Informationen über die Entwicklung der Energiepreise und Hinweisen, wie Sie zum günstigsten Anbieter von Strom oder Gas kommen. Viel Erfolg dabei.

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