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Strompreise und Gaspreise

Wechseln statt jammern

17.08.2010
Von Erwin J. Frasl
Der Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt in Österreich ist trotz Liberalisierung extrem unterentwickelt. Das zeigen die massiven Preisschübe bei Strom und Gas für die Verbraucher. Mit einem Wechsel zu den günstigsten Anbietern könnten die Konsumenten allerdings selbst für eine Belebung des Wettbewerbs sorgen.
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Denken Sie schon ans Heizen? Noch gibt es trotz Regen und schwerer Unwetter immer wieder schöne Sommertage. Aber der nahende Herbst ist schon immer wieder spürbar. Das bedeutet auch, dass die Heizsaison bald beginnt. Und die kostet ganz schön Geld. Das ist nicht nur ein Bauchgefühl, sondern das haben jene Haushalte, die mit Erdgas heizen, jetzt von der Österrreichischen Energieagentur bestätigt erhalten.

Das Strom- und Gaspreiswunder - nach oben geht es schnell, nach unten nur langsam

Die Österreichischen Energieagentur (AEA) hat im Auftrag der Arbeiterkammer die Strom- bzw. Gaspreisentwicklung bei 14 Strom- und elf Gasanbietern zwischen Juli 2008 und Juni 2010 untersucht. Verglichen wurde die Entwicklung der Strom- und Gaspreise für Haushalte mit den Großhandelspreisen (ÖSPI und ÖGPI). Überprüft wurden die reinen Arbeitspreise, also etwa ohne Rabatte oder Netz, für einen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden für Strom und 15.000 Kilowattstunden für Gas. Und das Ergebnis der Untersuchung zeigt ein ähnliches Verhaltensmuster wie es Autofahrer schon von der Mineralölwirtschaft kennen: Preiserhöhungen auf den internationalen Märkten werden sehr rasch an die Kunden weitergereicht – den Genuss von Preissenkungen an den internationale Märkten hingegen bekommen die Konsumenten von ihren Lieferanten erst mit beträchtlichen Zeitverzögerungen zugebilligt. An den Preisdifferenzen können die Unternehmen gutes Körberlgeld verdienen. Was die Mineralölwirtschaft inklusive der mehrheitlich im Staatsbesitz befindlichen OMV seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert ist offenbar auch bei Strom- und Gasunternehmen offenbar liebgewordener Brauch.

Preisschübe bei Strom von bis zu 28 Prozent (Beispiel oberösterreichische Energie AG) oder bei Erdgas von bis zu 22 Prozent (Beispiel TIGAS Erdgas Tirol), wie sie die Österrreichischen Energieagentur in ihrer Untersuchung festgestellt hat, zeigen, wie die Privathaushalte zur Kasse gebeten werden.

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Erstaunlich dabei ist das Verhalten der Verbraucher. Während viele beim Tanken streng darauf achten, bei welcher Tankstelle sie Benzin oder Diesel besonders günstig erhalten können, wie etwa bei den Tankstellen des Lebensmittel-Diskonter Hofer, sind die privaten Verbraucher von Strom und Erdgas in Österreich noch nicht ausreichend geübt, ihren Strom oder ihr Erdgas dort zu kaufen, wo sie Energie am günstigsten erhalten und so bei ihrer Strom- bzw. Gasrechnung hunderte Euro pro Jahr einsparen können. Da steckt den Verbrauchern offenbar noch die jahrzehntelange Monopolstellung der Energiewirtschaft so in den Knochen, daß sie erst allmählich die Chancen nützen, die ihnen der liberalisierte Energiemarkt auch in Österreich bietet.

Einfacher Wechsel von Strom- bzw. Gaslieferanten

Dabei ist der Wechsel eines Energielieferanten mittlerweile für private Haushalte, Unternehmen unds Institutionen ganz einfach, wie Biallo.at, die staatliche Regulierungsbehörde E-Control, Arbeiterkammern und Wirtschaftskammern immer wieder bewußt machen. Das heißt, auch Sie als Verbraucher haben Einfluß auf die Höhe der Strom- bzw. der Gaspreise. Wenn Sie Ihre Chancen nützen und Strom bzw. Erdgas dort kaufen, wo Sie es am Günstigsten erhalten.

Das ist doch allemal besser als nur über die zu hohen Strom- und Gaspreise zu jammern – oder was meinen Sie?

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