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Rohstoff-Investments

Erst Gold, dann Platin und Kupfer?

16.03.2012
Von Erwin J. Fasl
US-Krise und Euroland-Krise treiben die Preise von Rohstoffen immer weiter. Uli Baumann, Fondsmanager Volksbank Investments, liefert Anlegern topaktuelle Einschätzungen zu Investments in Gold, Platin oder Kupfer.
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Uli Baumann, Fondsmanager Volksbank Investments, liefert Anlegern hier topaktuelle Einschätzungen zu Investments in Gold, Platin oder Kupfer

Kaum ein Tag ohne neue Höchststände des Goldpreises

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Höchststände im Gold – und gibt es einen Tag keinen neuen Rekord, dann bestimmt neue Kursziele, die über 3.000 US-Dollar reichen. Ist diese Mega-Bull-Story noch zu stoppen, und welche Frühindikatoren gilt es für Goldanleger zu beachten?

Betrachtet man rein „fundamentale“ Preisfaktoren bei Gold, spricht allein das Angebots-Nachfrage Verhältnis für einen weiteren Anstieg. Die jährliche Produktion kommt seit Jahren nicht über 2.600 Tonnen Gold hinaus, während es nachfrageseitig neue Käuferschichten gibt. Zum einen hat sich die Goldnachfrage von ETFs in den letzten sechs Jahren verzehnfacht – mittlerweile halten diese Fonds knapp über 2.000 Tonnen Gold – und somit doppelt so viel wie Chinas öffentliche Institutionen, andererseits sind die asiatischen Mittelschichten massive Käufer geworden. Gerade in China boomt die Goldnachfrage, weil die Inflation steigt, Aktien kaum Performance gezeigt haben, der Anleihemarkt noch nicht groß genug ist und Immobilieninvestments regierungsseitig der Gegenwind ins Gesicht bläst. Somit bleibt Gold ein starkes Investmentthema im weltgrößten Konsumentenmarkt.

Makroseitig bleibt das Umfeld für Gold unterstützend: Fast weltweit negative Realzinsen, US-Dollar Schwäche, Verschuldungsproblematik in den wichtigsten Industrienationen, „fiat-money“ Diskussionen, generelle Verunsicherung, neue Käufe von Zentralbanken ( so hat die Bank of Korea erst letzte Woche nach 13 Jahren wieder Gold zugekauft ) und Pensionskassen.

Rein technisch bewegen wir uns auch in einem Aufwärtstrend – jedoch eher am oberen Widerstandsbereich, der bei rund 1.700 US-Dollar liegt. Kurzfristig befindet sich auch Gold im überkauften Bereich, weshalb eine kleinere Korrektur nicht ausgeschlossen werden kann. Unterstützung sollte im Bereich um 1.580 US-Dollar sein, und nur ein paar Dollar darunter befindet sich schon der steigende untere Aufwärtskanal.

Auf welche Frühindikatoren Goldanleger achten sollten

Was also tun? Gold bleibt eine sinnvolle Beimischung zur Asset Allokation, doch sollten sich Anleger bewusst sein, dass sich Gold in einer Blasenbildung befindet; daher sollten unbedingt folgende Indikatoren besonders beobachtet werden:

  1. Mögliche Zinsanhebungen in den entwickelten Staaten
  2. Anzeichen einer schwindenden Inflation ausgehend von schwachen Erdölpreisen
  3. Bruch des Aufwärtstrends
  4. Erstarkender US Dollar
  5. Langfristige politische Lösungen der Verschuldungsproblematik

Ein Investment, welches seit zehn Jahren jährlich rund 20 Prozent (in US-Dollar) gestiegen ist, sich am All-time-high befindet (und somit jeder Investor Gewinne realisieren kann), keinerlei Rendite abwirft und historisch betrachtet auch mal 20 Jahre (1980-2000) keinen positiven Ertrag bringen kann, ist einfach - auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld- mit Vorsicht (Stopp loss Limits nachziehen) zu betrachten.

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