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Bürger haben als Wähler Macht

Sind Bund, Land und Gemeinden Vorbilder bei der Nutzung von Ökostrom?

17.05.2011
Von Horst Ebner
Bund, Länder und Gemeinden könnten auch als Kunden der Energielieferanten die Verwendung von Ökostrom forcieren. Derzeit wird das allerdings erst sehr selten getan.
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Ing. Mag. Horst Ebner, Vorstand oekostrom AG
Von rund 800 GWh Gesamtjahresstromverbrauch des Bundes werden lediglich rund 19 GWh – das heißt gerade einmal 2,5 Prozent – über das „Ökostromlos“ mit sauberem Strom beliefert. So beziehen bereits einige Gebäude, die der österreichischen Bundesregierung zuzuordnen sind, wie das Parlament, die Oesterreichische Nationalbank oder das Lebensministerium oekostrom®, also Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen. Die restlichen 97,5 Prozent der Bundesgebäude – u.a. alle anderen Ministerien außer dem Lebensministerium, die BIG und die ASFINAG – werden aber nach wie vor mit Egalstrom versorgt – also mit Strom, der unter anderem aus atomarer und fossiler Erzeugung stammt.


Auf der Ebene der Bundesländer erfolgt die Belieferung derzeit durch die jeweiligen Landesenergieversorger – leider noch immer ohne Rücksichtnahme auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

Gerade die Gemeinden spielen in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine bedeutende Rolle. Sie haben die Möglichkeit Projekte direkt umzusetzen und können dadurch eine Vorreiterrolle einnehmen und Bewusstsein schaffen. Sie sind auch diejenigen, die besonders profitieren können. Denn nur eine nachhaltige, erneuerbare und dezentrale Energieversorgung lässt die Wertschöpfung in den Gemeinden und Regionen. Derzeit schreiben die österreichischen Gemeinden ihren Strombezug üblicherweise gar nicht aus.

Auf die Bestimmungen für öffentliche Vergabeverfahren wird oftmals „vergessen“

Auf die Bestimmungen für öffentliche Vergabeverfahren wird oftmals „vergessen“ – vor allem dann, wenn ein politisches Naheverhältnis zwischen dem Entscheidungsgremium und dem Energielieferanten der Wahl besteht. Lediglich einige wenige Kommunen, in denen Umwelt und Nachhaltigkeit stärker thematisiert werden und Vertreter der Grünen mit einer höheren Anzahl im Gemeinderat vertreten sind, schreiben die Stromversorgung korrekterweise auch aus und legen hier ein Augenmerk auf die Belieferung mit Ökostrom. Beispiele dafür sind Gemeinden wie Pressbaum im Wienerwald oder die Stadt Baden.

Einfluss der Bürger via Wahlen

So zeigt sich einmal mehr, dass es an den mündigen Bürgern selbst liegt sich mit der Wahl des richtigen Stromversorgers ganz bewusst vom alten Energiesystem zu verabschieden und für sauberen Strom garantiert ohne Atom- und Fossilanteil zu entscheiden. Wenn diese Bürger dann in der Folge als Wähler auch von ihren politischen Vertretern und den Institutionen auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene ein derartiges Vorgehen verlangen, wird die Politik über kurz oder lang diesem Trend folgen müssen.

In der Zukunft werden nur glaubwürdige Konzepte für Klima-, Umweltschutz und Nachhaltigkeit Bestand haben. Dazu zählt auch die Entscheidung für eine saubere Energieversorgung – die Sonntagsreden müssen durch Taten abgelöst werden. Das werden die Volksvertreter bei den zukünftigen Wahlen zu berücksichtigen haben.
 

Mag. Ing. Horst Ebner
 

Horst Ebner ist seit Mai 2010 Vorstand der oekostrom AG. Der studierte Betriebswirt bringt entsprechende Erfahrung aus der E-Wirtschaft aus seinen letzten Positionen als Geschäftsführer der MyElectric Energievertriebs und -dienstleistungs GmbH sowie als Key Account Manager der Salzburg AG in das Unternehmen ein. Mit seiner Bestellung hat oekostrom einen in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Stromhandel ausgewiesenen Energieexperten gewonnen. Horst Ebner ist verheiratet und hat vier Kinder.

 

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