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Samstag, 13.03.2010
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Interview mit Karl Blecha - 2. Teil

Ja zu Pensionserhöhung von 1,8 Prozent

Karl Blecha, Präsident des Seniorenrates und des Pensionistenverbandes Österreich, besteht auch angesichts sinkender Inflation auf der im Budget 2010 eingeplanten Pensionserhöhung von 1,8 Prozent. Denn die Pensionisten erhalten eine Teuerungsabgeltung erst eineinhalb Jahre im Nachhinein.
Interview mit Karl Blecha Pensionserhöhung von 1,8 Prozent Finanzportal Biallo.at
Im Budget 2010 sind für die nächste Erhöhung der Pensionen 1,8 Prozent vorgesehen und wir kämpfen dafür, dass das auch im Oktober noch hält, sagt der Präsident des Seniorenrates und des Pensionistenverbandes Österreichs, Karl Blecha, und gibt so die Linie für die Verhandlungen mit der Regierung über die nächste Pensionserhöhung vor.


Geänderte Spielregeln für Inflationsabgeltung

Von der Vorgängerregierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel waren die Spielregeln für Pensionserhöhung so geändert worden, dass für die jeweiligen Pensionsanpassungen der Durchschnitt des Verbraucherpreisindex (VPI) vom Juli des Vorvorjahres bis zum Juli des Vorjahres herangezogen werden. Konkret bedeutet dies, dass für die Pensionsanpassung 2010 die durchschnittliche Entwicklung des Verbraucherpreisindex vom Juli 2008 bis Juli 2009 die Grundlage bildet.

Vor dieser Änderung wurde in den Verhandlungen über eine Pensionsanpassung die Prognose der voraussichtlichen Teuerung im Jahr der Pensionserhöhung herangezogen. Traf die Prognose dann nicht zu, wurde dies bei der nächsten Pensionsanpassung berücksichtigt.

Das gilt nun nicht mehr: Daher wird der Seniorenrat und der Pensionistenverband Österreichs auf der geplanten Pensionserhöhung auch angesichts sinkender Inflation bestehen, die zum Zeitpunkt der Pensionsverhandlungen im Oktober 0,8 Prozent betragen wird, so Blecha. Gab es bei der letzten Pensionserhöhung für die Bezieher besonders kleiner Pensionen noch eine Einmalzahlung von 100 Euro, wird es dies allerdings heuer nicht geben, so Blecha, da es heuer keine solche Teuerung wie im Vorjahr gäbe. 

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Teuerungsrate rechtfertigt 1,8 Prozent

Für eine Pensionserhöhung um 1,8 Prozent spricht auch, so Blecha, dass die Teuerung für die Pensionisten laut Pensionisten-Index mit 2,2 Prozent höher sein wird als die im Budget 2010 vorgesehene Pensionserhöhung von 1,8 Prozent. Zudem bekommen die Pensionisten ihre Teuerungsabgeltung eineinhalb Jahre im Nachhinein. Die aktiv Beschäftigten hingegen bekommen im Zuge der Kollektivvertragsverhandlungen ihre Lohnerhöhungen gleich, argumentiert Blecha. Und im Wege der Kollektivvertragsrunden werde den Arbeitnehmern die Teuerung plus einem Produktivitätsgewinn abgegolten, während Pensionisten im Zuge der Pensionserhöhungen nur eine Teuerungsabgeltung bekommen, macht Blecha aufmerksam. 
 
Erwin J. Frasl   02.06.2009

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