Die heute Jungen müssen sich auf eine Pensionslücke einstellen, macht das Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) aufmerksam. Für Personen, denen Versicherungszeiten fehlen und die eine herkömmliche Laufbahn mit steigendem Einkommen absolviert haben, wird sie besonders groß ausfallen: Im Jahr 2050 wird deren Anfangspension gemessen am Letztbezug deutlich geringer sein als für jene, die heute in den Ruhestand treten.
Damit die Pensionslücke geringer ausfällt, empfiehlt das
Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) den Ausbau zusätzlicher Formen der Altersvorsorge, wie z. B. der Betriebspensionen. "Da wir über die absehbare Lücke schon heute Bescheid wissen, können wir rechtzeitig etwas dagegen unternehmen. Der Ausbau ergänzender Betriebspensionen wäre ein sinnvoller Weg, damit die heute jungen Arbeitskräfte in der Pension ihren Lebensstandard annähernd halten können", so der Pensionsexperte des Wifo, Thomas Url.
In einer aktuellen Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich hat Wifo erhoben, wie groß der Beitrag der Betriebspensionen als Ergänzung der gesetzlichen Pension ist. Demnach hat bereits ein Drittel aller unselbstständig Beschäftigten (865.000 Personen) Anspruch auf eine Betriebspension. Ein Viertel aller heimischen Unternehmen ist damit erfasst. Die Zahl der Arbeitskräfte mit Anspruch auf eine Betriebspension hat sich seit dem Jahr 2000 von 16,1 Prozent auf 31,7 Prozent zwar fast verdoppelt, dennoch geht das Wachstum aus Sicht der Wirtschaftsforschung viel zu langsam vor sich. Url: "Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen mit kleinerer Belegschaft ist die Betriebspension noch nicht angekommen."
Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung
Seite 1: Pensionslücke als unterschätzte Gefahr